Zoonosen & Infektionskrankheiten

Zeckenbiss Symptome & Übertragung

Zeckenbiss Symptome

Übertragungswege

In der Natur kommt es oft zu nicht realisierten Kontakten mit Zecken, deren Larven oder Nymphenformen, oder mit anderen Stechinsekten. Die am häufigsten übertragenen Erreger sind die Borrelien. Stechinsekten und Mücken sind jedoch auch für die Übertragung einer großen Anzahl von zoonotischen Erregern verantwortlich, wie zum Beispiel Anaplasmen, Ehrlichien, Rickettsien, Bartonellen, Chlamydien, Babesien und andere Erreger. Forscher haben nun auch einen weiteren, möglichen Übertragungsweg entdeckt: den Geschlechtsverkehr. Borrelien sind mit dem Syphilis Erreger verwandt und lassen sich regelmäßig im Vaginalbereich von infizierten Frauen nachweisen. Die Diagnose einer chronischen Infektion stellt eine große Herausforderung dar.
 

Übertragungsweg Zecken

Der Hauptüberträger der Lyme-Borreliose sind Zecken. Wie das Robert-Koch-Institut berichtet, trägt fast jede zweite Zecke Borrelien in sich. Neben Borreliose übertragen Zecken auch FSME. Das typischste Symptom nach einem Zeckenbiss ist die Wanderröte. Aber nicht jeder entwickelt eine Wanderröte. Die Rötung breitet sich im Laufe der Zeit kreisförmig aus, während die Mitte langsam verblasst. Dieses Symptom kann einige Tage bis hin zu wenigen Wochen nach dem Zeckenstich auftreten. Bei einigen Patienten fehlt die Wanderröte auch komplett. Tritt die Wanderröte nicht auf, ist Borreliose oftmals sehr schwer zu diagnostizieren. Denn die Krankheit macht sich dann meist nur durch unspezifische Symptome wie Gliederschmerzen oder Fieber bemerkbar. Die Bakterien können durch verschiedene Zeckenarten übertragen werden. Der häufigste Überträger in Europa ist der gemeine Holzbock. Im Schnitt trägt jede zweite Zecke Borrelien in sich. Die Bakterien leben im Darm der Zecke, deswegen dauert es bei einem Zeckenstich eine gewisse Zeit, bis die Bakterien ins Blut des Menschen gelangen. Die Übertragung der Bakterien beginnt ca. einem Tag nach dem Stich. Deshalb ist ein schnelles Entfernen der Zecke besonders wichtig - häufig kann dadurch nämlich eine Infektion verhindert werden. Die Symptome sind der, wie die bei einem grippalen Infekt, sehr ähnlich. Sie äußern sich oft durch Fieber, Abgeschlagenheit und allgemeines Unwohlsein.

 

Borreliose und FSME sind beides Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. Während jedoch gegen FSME eine Impfung möglich ist, besteht ein solcher Schutz bei Borreliose nicht. Eine FSME Impfung macht vor allem für Personen Sinn, die in einem Zecken Risikogebiet wohnen. Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, der Erkrankung vorzubeugen. Denn die Übertragung der FSME-Viren beginnt unmittelbar nach dem Zeckenstich. Somit kann durch ein schnelles Entfernen der Zecke zwar eine Borreliose Erkrankung, nicht aber FSME vorgebeugt werden.

 

Übertragungsweg Sex, Geschlechtsverkehr (Sexual transmission diseases)

In Tierversuchen konnte die sexuelle Übertragung der Borrelien nachgewiesen werden. Serologische Studien kommen zu dem Ergebnis, daß auch beim Mensch die Übertragung durch Intim-Kontakt erfolgen kann. Damit zählt die Borreliose wahrscheinlich zu den STDs (Sexually transmitted diseases). Somit ist bei einem Borreliosepatienten eine Partnerkontrolle sehr wichtig.

 

Die Erreger der Lyme-Borreliose sind eng mit dem Syphiliserreger verwandt. Syphilis ist die klassischste Geschlechtserkrankung. Beide Bakterien gehören zur Gruppe der Spirochäten, einer Familie von „schraubenförmigen“ Bakterien. Im menschlichen Organismus sondert das Bakterium sogenannte Toxine ab, die zum typischen Krankheitsbild führen. Obwohl Borreliose und Syphilis verschiedene Krankheiten sind, besteht sehr wahrscheinlich hier eine Verbindung. Nach bisherigen Erkenntnissen kommt es im Rahmen der Lyme-Borreliose zu fast allen wie auch von der Syphilis hervorgerufenen Krankheitsbildern und kann unterschiedliche Stellen im Körper befallen. Wie bei der Syphilis existieren mehrere Krankheitsstadien, die fließend ineinander übergehen oder auch durch sehr lange beschwerdefreie Intervalle getrennt sein können. Die Franzosen nennen die Borreliose mit gutem Grund die „Syphilis des Waldes“, da die Krankheit in der Ursache, der Symptome und der Verbreitung sehr viel Ähnlichkeit mit der Syphilis des Menschen besitzt.

 

Übertragungsweg Mücken, Stechmücken

Wer Borreliose hört, denkt im ersten Augenblick an die Zecken. Doch nicht nur ein Zeckenbiss kann die Lyme-Borreliose auslösen.  Was die meisten in Deutschland jedoch nicht wissen: auch Mücken und Bremsen kommen für die Übertragung von Borreliose in Frage. Parasitologen haben „erforscht“, dass auch Stechmücken den heimtückischen Borreliose-Erreger in sich tragen.

 

Im Rahmen dieser Studie haben die Forscher von Frühling bis Herbst 2013 deutschlandweit an 42 Orten Stechmücken eingefangen. Zehn Mückenarten wiesen dabei Borrelien, die Bakterien, welche Borreliose auslösen können - nach. Insgesamt trugen bis zu 8,3 Prozent der 3.600 gefangenen Mücken die Erreger in sich. Mücken sind ohnehin als Überträger schwerer Krankheiten bekannt. Neben Malaria sind Mücken ebenso für die Übertragung des Zika-Virus in Lateinamerika verantwortlich. Schätzungen zufolge erkranken jährlich zwischen 100.000 und 250.00 Menschen in Deutschland an Borreliose. Neben Zecken und Mücken können Bremsen, Flöhe und Kriebelmücken Borrelien in sich tragen.

 

Symptome Borreliose

Der Lyme-Borreliose und den möglichen Co-Infektionen sind Multisymptombeschwerden gemeinsam, die fast meistens nicht als Ursache der Erkrankung erkannt und oftmals als psychosomatisch abgetan werden. Sie können den gesamten Körper „befallen“. Auffällige Beschwerden sind

  • rasche Ermüdbarkeit bis hin zum
  • "Burn Out",
  • Depression,
  • "springende" Gelenkschmerzen,
  • Brainfog (Schleierblick),
  • Konzentrationsstörungen,
  • imperativer (sofortiger) Harndrang und
  • vermehrtes Schwitzen sowie
  • Fieber.

Die Symptomliste ist lang und treten erst nach vielen Wochen, Monaten bis hin zu Jahren auf. Das ärztliche Abfragen aller Symptome und die ärztliche Erfahrung führt zum Krankheitsbild. Bei depressiv geprägtem Krankheitsbild muss auch an die Bornavirus-Infektion gedacht werden, die wahrscheinlich vom Pferd auf den Menschen, aber auch von Mensch zu Mensch übertragen wird. Frische, akute bakterielle Infektionserkrankungen – sofern sie als solche erkannt werden – sind antibiotisch oft sehr gut behandelbar. Die chronischen Erkrankungen dagegen stellen sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eine große Herausforderung dar. Bei einer chronisch aktiven Borreliose ist meist eine längerfristige Behandlung mit Antibiotika notwendig. Dies kann sowohl oral mit Tabletten als auch mit intravenösen Infusionen erfolgen. Für Infusionstherapien stellen wir allen Ärzten unseren Therapiebereich zur Verfügung.